Wir trauern um Alex Friedmann

Univ.Prof. Dr. Alexander Friedmann, Mitbegründer und seit dem Entstehen von ESRA unser Obmann, ist am Sonntag, 30. März 2008, völlig unerwartet gestorben.

ESRA verliert damit eine wichtige und prägende Persönlichkeit, einen loyalen Unterstützer unserer Vorhaben und Pläne, einen kritischen und streitbaren Geist für die Idee von ESRA. Für einige von uns war er auch ein persönlicher und wahrer Freund.

Alexander Friedmann war Leiter der Ambulanz für Transkulturelle Psychiatrie am Wiener Allgemeinen Krankenhaus. Er hat über viele Jahre weite Bereiche der Israelitischen Kultusgemeinde geprägt, als Kultusvorsteher, Obmann des JBBZ und Vorsitzender der Sozialkommission der IKG.

Rede von Alexander Friedmann, anläßlich der Eröffnung der Austellung "Jamim Mikedem" in ESRA. (MP3, 5MB)

Entwicklung im Überblick

1994
Auf Initiative der Israelitischen Kultusgemeinde und mit großer Unterstützung durch die Gemeinde Wien wird nach zweijähriger Vorbereitungszeit durch einen Kreis engagierter Menschen das psychosoziale Zentrum ESRA eröffnet. Am 27. November 1994 laden der damalige Präsident der IKG Wien, Hofrat Paul Grosz, und Prof. Dr. Alexander Friedmann in seiner Funktion als Vorsitzender des Vereins ESRA zur Eröffnung in die Haidgasse 1 im 2. Bezirk. Direktorin von ESRA ist Elvira Glück.

1995
Die Leistungen von ESRA werden in 3.698 Mal in Anspruch genommen.

1996
Beginn der Kinder- und Jugendberatung; das ESRA Caféhaus nimmt seinen Betrieb auf.

1997
Das erste internationale ESRA-Symposium „Überleben der Shoah – und danach“ findet im November in Wien statt, an dem über 300 Fachleute aus dem In- und Ausland teilnehmen.

1998
ESRA übersiedelt im Juni in die neuen Räumlichkeiten in der Tempelgasse 5.

1999
Das Angebot wird durch die Installierung des Consiliar-Liaison-Dienstes zur intensiveren Betreuung der BewohnerInnen des Maimonides-Zentrums ausgeweitet.

Als Elvira Glück nach Deutschland übersiedelt, wird die Leitung von ESRA drei Personen gemeinsam übertragen: Michaela Mathae wird Leiterin der Sozialen Dienste, Dr. David Vyssoki Leiter der Ambulanz, Peter Schwarz Geschäftsführer.

2000
In diesem Jahr gibt es 12.501 Beratungen und Behandlungen.

2001
Im März beginnt die Eltern-/Kindberatung.

2002
Mit Unterstützung durch den Nationalfonds der Republik Österreich werden in einer Briefaktion mehrere Tausend Überlebende kontaktiert. ESRA weitet seine Informations- und Beratungstätigkeit auch auf die Bundesländer aus.

2003
In diesem Jahr werden 2.238 Menschen betreut; es finden 33.997 Behandlungen und Beratungen statt.

2004
Im Jänner wird die Clearing-Stelle der Sozialberatung eröffnet, die im ersten Halbjahr bereits von 227 KlientInnen in 615 Beratungen in Anspruch genommen wird.

Das Palliativprojekt zur Betreuung von Menschen in ihrer letzten Lebensphase wird ausgeweitet.

Im November begeht ESRA sein 10jähriges Bestehen mit einem Festakt, an dem auch Bundespräsident Dr. Heinz Fischer teilnimmt.