Leitfaden für den Umgang mit Folgen traumatischer Ereignisse

Salutogenetische Faktoren im Leben schwer traumatisierter Menschen - Prävention bei PTSD

Prim. Dr. David Vyssoki
Mag. phil. Alexander Schürmann-Emanuely
MMag.a Katrin Draxl
Mag.a Wilhelmine Schneebauer

Wien, im Jänner 2009

Aus der Einleitung

Dieser Leitfaden ist entstanden, um Menschen, die ein psychisches Trauma erleben mussten, Hilfestellungen zu geben, mit dem schweren Schicksalsschlag fertig zu werden. Der Leitfaden richtet sich insbesondere an:

  • Menschen, die von einem plötzlichen Trauma betroffen sind
  • Angehörige, die mit dieser Situation konfrontiert sind
  • Institutionen, die im Sinne der Prävention einen Beitrag zur Wahrung der Gesundheit sowie Verhütung massiver Traumafolgen leisten können.

Die nachfolgend vorgestellte Studie „Mental Health Promotion bei schwerst und komplex traumatisierten Menschen (Eine Studie zur Erhebung von ressourcenstärkenden Bewältigungsstrategien)“ – in Folge Studie genannt - entstand in Zusammenarbeit mit in Österreich lebenden Child Survivors der Naziverfolgung, welche von der seit 1994 existierenden psychosozialen Ambulanz ESRA in Wien betreut werden. Die in die Studie aufgenommenen Patienten und Patientinnen haben nun das reife Erwachsenenalter erreicht (nach Erikson) und leiden nach wie vor unter den massiven posttraumatischen Belastungsfolgen (ICD 10: F 43.1) bzw. einer dauerhaften Persönlichkeitsveränderung (ICD 10: F 62) und Komorbiditäten. Dieses Zustandsbild hängt kausal mit den traumatischen Erlebnissen zusammen, die diese Patienten und Patientinnen vor ca. 60 Jahren durch die nationalsozialistische Verfolgung während ihrer Kindheit und Jugend erlebt hatten. Wie heute aus zahlreichen Studien bekannt ist, sind massive in der Kindheit bzw. Jugend erlittene traumatische Erlebnisse und Ereignisse für das spätere Leben maßgeblich und prägend. „Menschen, die in diesem vulnerablen Lebensalter jeglicher Form der Gewalt ausgesetzt waren, haben heute ein höheres Risiko als Erwachsene, psychiatrisch, aber auch internistisch zu erkranken“ (so Sachsse 2004).

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