Literaturempfehlung
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"Donauwalzer am Irawadi" Exil in England, Kampf in Burma, Rückkehr nach Wien. Alltagsgeschichten und Karikaturen
von Rudolf Kauders
Band 1 der öge-Buchreihe "Exil-Leben. Dokumente und Materialien"
Mandelbaum Verlag 300 Seiten, gebunden ISBN: 978385476-372-7 Erscheinungstermin November 2011
Es ist eine entbehrungsreiche, aber glückliche Kindheit, die Rudolf Kauders als ältester Sohn einer Arbeiterfamilie im Wien der 1920er und 1930er Jahre verbringt. Doch 1938 wird der jüdische Vater fristlos entlassen, die Familie aus der Gemeindewohnung vertrieben. Dem engagierten achtzehnjährigen Studenten der Technischen Chemie wird rasch bewusst, dass er nicht in Österreich bleiben kann. Er will gegen Hitlerdeutschland kämpfen und flieht deshalb im Mai 1939 nach Großbritannien. 1943, nach schweren Jahren als Landarbeiter im Norden Englands und Internierung auf der Isle of Man, meldet er sich zur Britischen Armee. Zu seiner Enttäuschung wird er jedoch im Kampf gegen die Japaner in der „Hölle von Burma“ eingesetzt, die er nur knapp überlebt. Erst 1946 kann er nach Österreich zurückkehren, wo er eine erfolgreiche Laufbahn als Chemiker beginnt. Der heute 91-jährige Rudolf Kauders blickt in diesem Buch erzählend auf die Stationen seines Lebens zurück: die Kindheit in Wien, die Exilzeit in England, der Burmafeldzug und die ersten Jahre im Nachkriegs-Wien. Durch die Leichtigkeit seiner Sprache, die humorvolle Schilderung und die zahlreichen Original-Zeichnungen wird dieses Buch zu einem wertvollen und raren Dokument des Alltagslebens im Exil und in der Britischen Armee.
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"... die schönste Stadt der Welt"
Österreichische Jüdinnen und Juden in Theresienstadt
von Martin Niklas
Schriftenreihe des DÖW zur Geschichte der NS-Gewaltverbrechen - Band 7
Wien, 2009
232 Seiten
Details
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Joškos Kinder
Flucht und Alija durch Europa, 1940-1943
Josef Indigs Bericht.
Herausgegeben von Klaus Voigt
Berlin, Verlag Das Arsenal 2006
ISBN 3-93110936-4
Im April 1941 wurde eine Gruppe der „Kinder- und Jugend-Alija“ – jüdische
Kinder aus Deutschland und Österreich auf der Flucht nach Palästina – im
kroatischen Zagreb vom Einmarsch der deutschen Truppen überrascht.
Sie konnten zunächst in das von Italien annektierte südliche
Slowenien entkommen, gerieten jedoch bald zwischen die Fronten des Partisanenkrieges
und flüchteten weiter nach Nonantola in Norditalien, wo sie in der „Villa
Emma“ Zuflucht fanden. Im Oktober 1943, als nach Mussolinis Sturz
Italien aus einem Verbündeten des Nazireiches zum besetzen Land wurde,
gelang mit Hilfe der Einwohner von Nonantola die dramatische Rettung der
inzwischen über 70 „Kinder der Villa Emma“. Sie konnten
schließlich in die Schweiz gebracht werden und wanderten von dort
Ende Mai 1945 nach Palästina aus.
Der „Madrich“ (Leiter) dieser Kindergruppe war Josef Indig.
Er war erst 23 Jahre alt, als er in Zagreb von Recha Freier, der aus Berlin
stammenden Gründerin der Jugend-Alija, die Betreuung der Kinder übernahm
und sie auf ihrer vierjährigen Flucht bis nach Palästina begleitete.
Er vermittelte den Kindern die erzieherischen Inhalte und ihm vor allem
verdanken sie ihr Überleben. Indig wurde im kroatischen Virovitica
geboren, wuchs in Osijek auf, wo sein Vater Kantor an der Synagoge war,
und maturierte dort am Gymnasium. In der Familie wurde Deutsch gesprochen.
Schon als Neunjähriger schloss er sich dem zionistischen Jugendverband
Haschomer Hazair an, übernahm früh Leitungsaufgaben und war Mitglied
der Landesleitung für Jugoslawien. Nach der Ankunft in Palästina
nahm er den Nachnamen Ithai an und lebte im Kibbuz Gat.
Bereits im Herbst 1945 schrieb er die Geschichte der „Kinder der
Villa Emma“ nieder. Anhand seines Tagebuches berichtet er überaus
anschaulich von den Schwierigkeiten und Hoffnungen dieser Flucht, von der
Dynamik innerhalb der Gruppe und seiner Rolle als Leiter und Erzieher.
Joškos Kinder ist ein sehr persönliches Zeitzeugnis und eine
wichtige historische Quelle, die zudem einen authentischen Einblick in
die heute nahezu vergessene Gedankenwelt der zionistischen Jugendbewegung
der 1930er und 1940er Jahre bietet.
Das Buch erschien – nach hebräischen und italienischen Ausgaben
- jetzt erstmals in der Originalsprache im Berliner Verlag Das Arsenal.
Der Berliner Historiker Klaus Voigt hat die Geschichte der Kinder
der Villa Emma wissenschaftlich aufgearbeitet. Seine Ausstellung
„Die Kinder der Villa Emma“ wurde 2003 auch in ESRA gezeigt. |
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Flucht in die Dunkelheit
von Leo Bretholz
Wien, Loecker 2005 ISBN 3-85409-425-6
Im Jahr 1938 verließ der 17-jährige Leo Bretholz auf Drängen seiner Mutter seine Heimatstadt Wien. Seine
Flucht führte ihn viele Jahre quer durch Europa - in der Hoffnung, einen Ort zu finden, der ihm wenigstens
kurze Zeit Sicherheit bieten würde. Immer wieder wurde er verhaftet, immer wieder konnte er entkommen.
Schließlich kam er in das berüchtigte Sammellager Drancy. Von hier aus wurden mehr als 65.000 Menschen in
die Vernichtungslager deportiert. Am 6. November 1942 verließ ein Zug mit 1000 Menschen Drancy in Richtung
Auschwitz, unter ihnen auch Leo Bretholz. Er überlebte, weil es ihm gelang, aus dem fahrenden Zug durch ein
kleines Fenster in die Dunkelheit zu springen
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Alice Herz-Sommer "Ein Garten Eden inmitten der Hölle" Ein Jahrhundertleben
von Melissa Müller und Reinhard Piechocki
Droemer Knaur 2006 ISBN 3-426-27389-6
Alice Herz-Sommer wurde 1903 in Prag geboren. Franz Kafka, Oskar Baum und Max Brod waren mit ihrer
Familie eng verbunden, denn ihre Schwester war mit Felix Weltsch, einem der engsten Freunde Kafkas
verheiratet. Alice Herz-Sommer war eine gefeierte Prager Pianistin der Zwischenkriegszeit, sie
überlebte Theresienstadt und wanderte 1949 nach Palästina aus. Heute lebt sie in London.
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Born in Vienna Versuch einer Annäherung
von Monroe E. Price
Drava Verlag, Klagenfurt/Celovec 2006 ISBN 978-3854354819
Monroe Price ist Universitätsprofessor, Jurist und Medienwissenschafter von Weltrang, Amerikaner
jüdischer Herkunft, geboren 1938 in Wien. Als Österreich ehemaligen Emigranten nach 60 Jahren
den Erwerb der Doppelstaatsbürgerschaft ermöglicht, lässt er sich darauf ein – ohne zu ahnen,
dass es der Anfang eines Prozesses ist, in dem er versuchen wird, Klarheit über sich und die
widersprüchlichen Lebenswelten, die ihn prägen, zu gewinnen. Sein Buch ist eine fesselnde Spurensuche,
Selbsterforschung und Erkundung jenes fremden Landes, aus dem er gebürtig ist.
Monroe E. Price stellte sein Buch im Gespräch mit Eric Frey (Der Standard) am 25. Januar 2007 in ESRA vor (Details).
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