Literaturempfehlung

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Elly und Alexander
Revolution, Rotes Berlin, Flucht, Exil - eine sozialistische Familiengeschichte

von Hanna Papanek

übersetzt von Joachim Helfer und Hannah C. Wettig

vorwärts buch 2006
ISBN 978-3-86602-600-1

»Elly und Alexander« ist die Geschichte eines mehrfachen Exils, einer Flucht durch viele Länder, die schließlich in den USA endet. Im Zentrum stehen die Eltern der Autorin, aber auch viele Personen der internationalen Arbeiterbewegung. Der Vater, Alexander Stein, war als Jude, Journalist und Aktivist der russischen Arbeiterbewegung nach der russischen Revolution 1905 gezwungen, sein Heimatland zu verlassen und fand in Deutschland eine neue Heimat. In Berlin arbeitete er weiter als Journalist, engagierte sich aber – ebenso wie seine Frau Elly Kaiser – in der sozialdemokratischen Bewegung Deutschlands. Nach dem Ende der Weimarer Republik und der Machtübernahme der Nationalsozialisten musste er gemeinsam mit seiner Familie erneut fliehen.

Auch zu Österreich hat Hanna Papanek enge Beziehungen, ist sie doch die Schwiegertochter des bekannten österreichischen Pädagogen und führenden Wiener Sozialdemokraten Ernst Papanek. Ihren späteren Mann Gustav lernte sie in Paris kennen, wo sie in einem OSE-Kinderheim, das von Ernst Papanek geleitet wurde, mit vielen geflüchteten ÖsterreicherInnen untergebracht war.

Die Ethnologin und Anthropologin Hanna Papanek verknüpft in »Elly und Alexander« die objektive Beobachtung der Wissenschaftlerin mit der persönlichen Erinnerung der direkt Betroffenen.

Im Rahmen der Gespräche in ESRA sprach Peter Huemer am 24. April 2004 mit Hanna und Gustav Papanek.

 
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Prager Tagebuch 1941-1942

von Petr Ginz

aus dem Tschechischen von Eva Proufousova

Hardcover, Berlin Verlag 2006
ISBN 9783827006417

Die Ausstellung Petr Ginz. Prager Tagebuch 1941 -1942 wurde vom 7. November – 28. Dezember 2006 in ESRA gezeigt.

Rezension: DIE ZEIT 16.03.2006 Nr.12

 
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Haschomer Hazair
Ein Nest verwundeter Kinderseelen

Heinrich Ehlers, Talma Segal, Arie Talmi (Hg.)

Hardcover, Mandelbaum Verlag 2006
ISBN 3-85476-198-8

»Jede dieser Geschichten schildert ein Menschenschicksal. Eines von Kindern ohne Kindheit, geprägt vom Erleben unsäglicher Schrecken und Gräueltaten. Sie kamen von überall her und das Dasein eines normalen Kindes hatte für sie längst noch nicht begonnen. Es war daher die vordringlichste Aufgabe, ihnen wenigstens einen Teil der verlorenen Kindheit zurückzugeben.«

Die jüdische Jugendbewegung Haschomer Hazair, gegründet in Wien am Vorabend des Ersten Weltkrieges, nimmt unter den unzähligen Jugendorganisationen in aller Welt eine besondere Stellung ein. Sie hat zahllose Persönlichkeiten geformt, Großes im Ringen um Werte und Würde des jüdischen Volkes sowie bei der Aufbau des Staates Israel geleistet. Die ganz spezifische erzieherische Tätigkeit und unvergleichliche Atmosphäre dieser Jugendbewegung brachten es mit sich, dass ihre Mitglieder auch noch im fortgeschrittenen Alter und unabhängig davon, wo sie leben, in engem Kontakt miteinander stehen.

Eine besondere Ära in ihrer Geschichte stellt die Nachkriegszeit dar, als die Überlebenden der Shoa aus den Konzentrationslagern und Ghettos sowie, heimkehrend aus der Emigration, nach Österreich strömten. Noch beherrschten die erlebten Schrecken ihre Seelen. Sie trauerten um ermordete und vermisste Familienmitglieder und Freunde, waren unterernährt und oft krank – und doch gingen sie sogleich wieder daran, den Haschomer Hazair in Wien neu erstehen zu lassen.

In über 40 Beiträgen berichten die Autoren, alle aus dieser Generation stammend, nüchtern und ohne Pathos, ebenso faszinierend wie erschütternd über ihre Erinnerungen, welche – unterstützt durch zahlreiche Fotos – ein zeitgeschichtliches Dokument ersten Ranges und ein Stück ungeschriebener Geschichte der Jüdischen Gemeinde Wiens darstellen.

Das Buch wurde am 11. Oktober 2006 durch die HerausgeberInnen und Doron Rabinovici in ESRA präsentiert.

 
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Dank meiner Mutter

von Schoschona Rabinovici

Roman
Aus d. Hebräischen v. Mirjam Pressler.
Paperback, S. Fischer 1997
ISBN 3-596-80143-5

Schoschona Rabinovici wurde 1932 als Susanne Lucienne Weksler in Paris geboren. 1937 kehrten ihre Eltern mit ihr nach Wilna zurück, das ab 1939 unter russischer und ab 1941 unter deutscher Besatzung stand.

Gemeinsam mit ihrer Mutter überlebte Schoschana Rabinovici Ghetto und Vernichtung. Klar, eindringlich und ohne Hass erzählt sie von ihrer Vertreibung aus dem Wilnaer Ghetto und von ihren Leidensstationen in den Konzentrationslagern Kaiserwald, Stutthof und Tauentzien. Mit diesem Buch setzte sie ihrer Mutter ein Denkmal, ohne deren Stärke, Lebensklugheit und Willenskraft sie diese Zeit nicht überlebt hätte. ‚Dank meiner Mutter’ erhielt 1999 den Mildred L. Batchelder Award.

Im Rahmen der Reihe Gespräche in ESRA sprach Peter Huemer am 22. März 2006 mit Schoschana und Doron Rabinovici.

 
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Das wiedergefundene Licht.
Die Lebensgeschichte eines Blinden im französischen Widerstand.

von Jacques Lusseyran

Roman
Aus d. Franz. v. Uta Schmalzriedt.
dtv, Neuauflage 1992, 256 Seiten
ISBN 3-423-30009-4

Inhalt
Der Autor beschreibt seine Kindheit und Jugend in Paris. Mit acht Jahren erblindet er nach einem Unfall. Mit siebzehn gründet er innerhalb der Résistance eine Organisation von Jugendlichen, die gegen die deutsche Besatzungsmacht kämpft. 1943 wird er verhaftet und nach Buchenwald deportiert.

 
 
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