Child Survivors der NS-Verfolgung in Österreich nach 1945Mental Health Promotion bei schwerst traumatisierten Menschen. Eine Studie zur Erhebung von ressourcenstärkenden Bewältigungsstrategien.Psychosoziale Ambulanz ESRA Aus der Einleitung Die vorliegende Studie entstand in der Zusammenarbeit von in Österreich lebenden Child Survivors der NS-Verfolgung und ESRA, jener seit 1994 existierenden psychosozialen Ambulanz in Wien, wo NS-Verfolgte betreut werden. Alle Child Survivors haben nun das reife Erwachsenenalter erreicht und weisen nach wie vor ein PTSD auf, welches direkt in Verbindung mit dem vor 60 Jahren in der Kindheit und Jugend erlebten Men-made-disaster der Nazi Verbrechen steht. Trotzdem es schon seit einigen Jahren erwiesen ist, dass Menschen, welche in ihrer Kindheit und Jugend jeglicher Form der Gewalt ausgesetzt worden sind, ein erhöhtes Risiko haben „als Erwachsene psychiatrisch und auch internistisch zu erkranken“ (Sachsse, 2004, S.102), ist es nach wie vor nicht leicht, diese Erkrankungen zu behandeln, den Betroffenen zu helfen, ihre Ressourcen zu stärken, sie in ihrer Bewältigung zu unterstützen. Gleichzeitig war und ist es schwer in der Öffentlichkeit und bei den konkreten Stellen ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass eine Hilfestellung in diesem Zusammenhang für viele Menschen überlebensnotwendig ist. Hinzu kommt, was die Opfer der NS-Verfolgung betrifft, dass die Folgen ihrer Verfolgung Jahrzehnte lang nicht behandelt wurden und von der Gesellschaft nicht versucht wurde, das Leid der Betroffenen zu lindern. |